10.02.2017

Was wird gegen den Grixit unternommen?

Der Grixit, also der Austritt der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben, hat bereits begonnen und wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren seinen Höhepunkt erreichen. Das Verhältnis zwischen den 15-24 Jährigen und den 55-64 Jährigen wird zunehmend größer. Es gibt weniger Jugendliche im Berufseinstiegsalter als im Berufsausstiegsalter, sodass in diesem Jahr bereits auf 100 Ältere 88 Jüngere kommen. Laut Prognose ist der Tiefpunkt im Jahre 2025 zu erwarten: 68 Junge auf 100 Ältere.

Das dadurch entstehende Ungleichgewicht zwischen Arbeitskräfte-Nachfrage und Angebot wird insbesondere durch zwei Tendenzen abgefedert: die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und von Älteren. Zudem wird in manchen Branchen aufgrund des technologischen Wandels nicht jeder Berufsaussteiger ersetzt werden. Verstärkend wirkt jedoch einerseits die Grenznähe und andererseits die Mehrsprachigkeit vieler junger Menschen, denn dies erhöht ihre Mobilität. 

Jedoch ist das Funktionieren des Arbeitsmarktes nicht alleine auf das Zahlenverhältnis zwischen Personen im „Berufseinstiegsalter“ und Personen im „Berufsausstiegsalter“ zurückzuführen, sondern wird von viel mehr Faktoren bestimmt. Zum Beispiel durch die Ausbildungsquote bei unseren Jugendlichen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Arbeitsmarktsituation in Deutschland und Luxemburg, das Interesse an Zukunftsberufen und ICT und Weiterbildung, die Zertifizierung von Kompetenzen, etc.

All diese wissenschaftlichen Analysen und Rückschlüsse sind Grundlage für das Handeln der DG, die ihren Teil zur Lösung beitragen kann, wie die strategische Neuorientierung der Beschäftigungspolitik, die Reform der Freistellungen der Zielgruppenmaßnahmen, die Vermittlungsarbeit wie aus einer Hand, die Reformen im ADG und vieles mehr. Andere Lösungsansätze müssen die Unternehmen und Sozialpartner insgesamt finden und anbieten, zum Beispiel mehr Qualifikation im Betrieb ermöglichen.